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Das Neonatal Resuscitation Blueprint: Ein visueller Leitfaden für die ersten 60 Sekunden (NRP 9. Auflage)

Titelseite

Cover page featuring the Textbook of Neonatal Resuscitation 9th Edition logo and The Neonatal Resuscitation Blueprint title with a stopwatch icon showing 00:60, alongside American Heart Association and American Academy of Pediatrics logos.

Lehrbuch der Neonatalen Reanimation – 9. Auflage

Das Neonatal Resuscitation Blueprint

Ein visueller Leitfaden für die ersten 60 Sekunden (basierend auf den NRP 9. Auflagen-Richtlinien)

Präsentiert in Partnerschaft mit der American Heart Association und American Academy of Pediatrics, gewidmet der Gesundheit aller Kinder

The Physiological Shift Matrix

Diagram comparing fetal circulation and neonatal circulation anatomy side by side, with a not-equal sign between them, plus a three-step Alveolar Fluid Clearance Model showing fluid-filled lungs transitioning to air-filled lungs.

Die physiologische Verschiebungsmatrix

Fetale ZirkulationNeonatale Zirkulation
Gasaustausch in der PlazentaGasaustausch in der Lunge
Lunge mit Flüssigkeit gefülltLunge mit Luft gefüllt
Lungengefäße eng verengtLungengefäße entspannt

Anatomische Beschriftungen der fetalen Zirkulation:

  • Obere Hohlvene
  • Offener Ductus arteriosus
  • Flüssigkeitsgefüllte Lunge
  • Offenes Foramen ovale
  • Rechter Vorhof
  • Lungenarterie
  • Rechter Ventrikel
  • Linker Ventrikel
  • Untere Hohlvene
  • Ductus venosus
  • Absteigende Aorta
  • Von der Plazenta
  • Zur Plazenta
  • Nabelschnurvene
  • Nabelschnurarterien

Anatomische Beschriftungen der neonatalen Zirkulation:

  • Schließender Ductus arteriosus
  • Lungenarterie
  • Vollständig gefüllte Lunge
  • Rechter Vorhof
  • Geschlossenes Foramen ovale
  • Linker Ventrikel
  • Rechter Ventrikel
  • Untere Hohlvene
  • Absteigende Aorta

Das Alveolares Flüssigkeitsclearance-Modell

  • Schritt 1 (Prenatal): Flüssigkeit füllt die Atemwegsstruktur
  • Schritt 2 (Erster Atemzug): Luft tritt ein und verdrängt die Flüssigkeit nach außen
  • Schritt 3 (Nachfolgende Atemzüge): O2- und CO2-Austausch über die Atemwege

Da das primäre Problem ein Mangel an Gasaustausch ist, ist der wichtigste Schritt bei der Neugeborenenreanimation die effektive Beatmung der Lunge.

Unterbrechung des normalen Übergangs erkennen

Comparison chart listing signs of Normal Transition versus Abnormal Transition triggers for action, with a red alert icon and arrow pointing to an Initiate NRP Algorithm button.

Unterbrechung des normalen Übergangs erkennen

Normaler Übergang

  • Spontane Atmung/Schreien
  • Guter Muskeltonus
  • Herzfrequenz > 100 bpm
  • Schrittweise Verbesserung der Sauerstoffsättigung

Abnormaler Übergang (Auslöser für Maßnahmen)

  • Unregelmäßige Atmung, Apnoe oder Tachypnoe
  • Bradykardie (< 100 bpm) oder Tachykardie
  • Verminderter Muskeltonus/Bewusstsein
  • Anhaltende zentrale Zyanose oder Blässe
  • Niedrige Sauerstoffsättigung

NRP-Algorithmus einleiten

NRP-Algorithmus-Flussdiagramm

Full NRP resuscitation algorithm flowchart showing decision points from birth through cord management, initial evaluation, ventilation, chest compressions, and epinephrine administration, with a target oxygen saturation table and legend.

NRP-Algorithmus

  • Pränatale Beratung, Teambesprechung, Geräteüberprüfung
  • Geburt
  • Nabelschnur-Management-Plan einleiten

Termingeborenes? Guter Muskeltonus? Atmung oder Schreien?

  • Ja → Haut-zu-Haut-Kontakt mit Eltern, Routinepflege, Normothermie erhalten, Laufende Überwachung
  • Nein → Weiterführung zu Initialschritten (innerhalb der ersten 60 Sekunden)

Wärmen und Normothermie erhalten, Trocknen, Positionierung, Bei Bedarf stimulieren und Atemwege freimachen

Apnoe oder Schnappatmung? HF < 100/min?

  • Nein → Erschwerte Atmung oder anhaltende Zyanose?
    • Ja → Pulsoxymetrie, Sauerstoff bei Bedarf, CPAP in Betracht ziehen → Nachreanimationspflege, Kommunikation mit Familie, Teambesprechung
  • (Ja/Fortbestand) → Beatmung, Pulsoxymetrie, Herzmonitor in Betracht ziehen

HF ≥ 100/min?

  • Nein → Nachreanimationspflege, Kommunikation mit Familie, Teambesprechung
  • Ja → Beatmungskorrekturmaßnahmen, Intubation oder Larynxmaske in Betracht ziehen, Herzmonitor

HF < 60/min?

  • Nein → Zurück zu Beatmungskorrekturmaßnahmen
  • Ja → Intubation oder Larynxmaske, Thoraxkompressionen, Koordination 3:1 mit Beatmung, 100% Sauerstoff, UVC oder IO

HF < 60/min?

  • Ja → UVC oder IO Adrenalin alle 3–5 Minuten. Falls HF <60/min bleibt, Hypovolämie in Betracht ziehen, Pneumothorax in Betracht ziehen

Ziel-Sauerstoffsättigungstabelle

2 min3 min4 min5 min10 min
60–70%70–75%75–80%80–85%85–95%

Legende

  • Rechtecke = Aktionselemente.
  • Sechsecke = Klinische Bewertungen.
  • Sie müssen die Schritte jedes Blocks angemessen ausführen, bevor Sie zum nächsten übergehen.

Die Gestationsgebiets-Matrix

Chart showing three gestational viability zones (under 22 weeks, 22-23 weeks, 24+ weeks) with recommended approaches, plus thermal management guidance by zone and the 4 pre-birth questions checklist.

Die Gestationsgebiets-Matrix

T-Minus: Pränatale Beratung

ZONE 1: < 22 Wochen: Extreme Frühgeburtlichkeit

  • Physiologischer Mangel der Lungenentwicklung verhindert das Überleben.
  • Standardansatz: Palliative & Symptomatische Behandlung.
  • Aktive Reanimation im Allgemeinen nicht indiziert.
  • Fokus: Emotionale Unterstützung von Mutter und Familie.

ZONE 2: 22–23 Wochen: Die Periviable Grauzone

  • Hohes Risiko für schwere Morbidität und Mortalität.
  • Standardansatz: Hochgradig individualisiert.
  • Erfordert umfangreiche pränatale Elternberatung.
  • Maßnahme: Falls Eltern sich für Reanimation entscheiden, Vorbereitung auf sofortige Intensivpflege (Intubation, frühe Surfactant-Therapie).

ZONE 3: ≥ 24 Wochen: Standard-Lebensfähigkeit

  • Standardansatz: Aktive Reanimation.
  • Stabilisierung für alle Neugeborenen eingeleitet.
  • Standardisierte algorithmische Behandlung befolgen.

Antizipation & Vorbereitung: Umweltparameter

T-Minus: Geräteüberprüfung

Thermisches Management nach Zone

Raumbasisbasis: Genau kontrolliert bei 23°C bis 25°C (74°F bis 77°F) für alle Geburten.

Die 4 Fragen vor der Geburt

  • Erwartetes Gestationsalter?
  • Fruchtwasser klar?
  • Zusätzliche Risikofaktoren?
  • Nabelschnur-Management-Plan?
  • Zone 2 / Zone 3 Frühgeburt (< 32 Wochen): Polyethylen-Kunststofffolie/Tasche anwenden (auf den Torso aufgetragen, ohne vorher zu trocknen), thermische Matratze und Baumwollmütze.
  • Zone 3 Reife (≥ 32 Wochen): Standard warme Decken, Wärmestrahler.

NRP Quick Supplies & Equipment Station

Grid layout of equipment categories including Warm, Clear Airway, Auscultate, Ventilate, Oxygenate, Intubate, and Medicate supplies, with a Team Assembly Rule banner at the bottom.

NRP Quick Supplies & Equipment Station

Wärmen

  • Vorgewärmter Wärmestrahler
  • Warme Tücher oder Decken
  • Mütze
  • Kunststoffbeutel oder Kunststofffolie (<32 Schwangerschaftswochen)
  • Thermische Matratze (<32 Schwangerschaftswochen)

Atemwege freimachen

  • Ballon-Absaugspritze
  • 10F oder 12F Absaugkatheter bei 80–100 mm Hg
  • Trachealer Absauger

Auskultation

  • Stethoskop

Beatmung

  • Flowmeter auf 10 L/min eingestellt
  • Beatmungsgerät
  • Masken

Oxygenierung

  • Blender auf initialen O2 eingestellt
  • Pulsoxymetrie
  • Ziel-SpO2-Tabelle

Intubation

  • Laryngoskopklingen 00/0/1
  • Endotracheale Tuben 2,5/3,0/3,5
  • Führungsdraht
  • CO2-Detektor
  • Klebeband/Schere

Medikation

  • Adrenalin 0,1 mg/mL
  • Kochsalzlösung
  • Notfall-UVC-Materialien

Team-Aufstellungsregel

  • Routinegeburt = 1 qualifizierte Person, deren EINZIGE Verantwortung das Neugeborene ist.
  • Vorhandene Risikofaktoren = 2+ qualifizierte Personen ausschließlich zur Management des Neugeborenen anwesend. Komplexe Reanimationen erfordern ein vollständig ausgebildetes Team mit sofort verfügbaren fortgeschrittenen Fähigkeiten.

Zeit 0: Nabelschnur-Management

Flow diagram showing assessment of newborn vigor branching into deferred cord clamping for vigorous infants versus immediate clamping for non-vigorous or high-risk infants, with a timeline and umbilical cord milking guidance.

Zeit 0: Nabelschnur-Management

Vigore des Neugeborenen bewerten

  • Das vigorose Neugeborene →

Maßnahme: Verzögertes Abnabeln (DCC) für ≥ 60 Sekunden.

  • Zone 2 / Zone 3 – Frühgeburt Klinischer Nutzen: Erhöht das Überleben, reduziert intraventrikuläre Blutung (IVH) und verbessert das zirkulierende Blutvolumen.
  • Das nicht vigorose oder hochrisikante Neugeborene →

Maßnahme: Sofortiges Abnabeln und zum Wärmestrahler bewegen.

Indikationen: Plazentaablösung, blutende vasa praevia oder ein apnoisches/schlappes Neugeborenes, das sofortiger positiver Druckbeatmung bedarf, die am Damm nicht effektiv durchgeführt werden kann.

Sofort abklemmen und durchtrennen zum Starten der Beatmung

0 Sekunden: Geburt

Alternative: Nabelschnurstripping

  • Angemessen für Reife/späte Frühgeborene (>35 Wochen), die trotz Stimulation nicht vigoros bleiben.
  • WARNUNG: NICHT empfohlen für Frühgeborene <28 Wochen (erhöhtes Risiko für schwere intraventrikuläre Blutung).

Die schnelle anfängliche Bewertung

Decision flowchart for the rapid initial evaluation of a newborn based on term gestation, tone, and breathing, leading to routine care or radiant warmer initial steps, illustrated with a warmer setup diagram and a 60-second timeline.

Die schnelle anfängliche Bewertung

  • Termingeborenes? (Erscheint reif?)
  • Guter Muskeltonus? (Aktive Flexion vs. schlaff?)
  • Atmung oder Schreien? (Kraftvolles Schreien vs. Schnappatmung?)
  • Ja zu allem → Neugeborenes bleibt bei Eltern. Routinepflege bereitstellen (warm, trocken, Haut-zu-Haut).
  • Nein zu einem beliebigen → Neugeborenes sofort zum Wärmestrahler bewegen für die Initialschritte.

Durchführung der Initialschritte (Die goldene Minute)

1. Wärmen

Unter Wärmestrahler platzieren.

  • Raumtemperatur
  • Strahlungswärme
  • Kunststoffbeutel
  • Doppelte Mütze
  • Chemische Matratze
  • Befeuchtete und erwärmte Gase

T: 37°C, RH: 100%

Tickende Uhr: 60 Sekunden

0 Sekunden — 15 Sekunden — 30 Sekunden — 45 Sekunden — 60 Sekunden

Initialschritte: Trocknen, Stimulieren, Atemwege freimachen

Infographic showing steps 2 through 4 of newborn resuscitation: drying, stimulating, and clearing the airway with a bulb syringe.

2. Trocknen

  • Kräftig mit Tuch/Decke trocknen, nasse Wäsche sofort entfernen (fördert schnelle Auskühlung, wenn liegen gelassen).

Hinweis: Nicht trocknen <32 Wochen; in Kunststoff wickeln.

3. Stimulieren

  • Sanft Rücken, Torso oder Extremitäten reiben, wenn noch apnoisch.

Warnung: Niemals schütteln.

4. Atemwege freimachen

  • Nur bei Bedarf (verstopft, Mekonium oder positive Druckbeatmung erwartet).
  • Ballon-Absaugspritze: Mund vor Nase (“M vor N”).

Tickende Uhr: 60 Sekunden

  • 0 Sekunden
  • 15 Sekunden
  • 30 Sekunden
  • 45 Sekunden
  • 60 Sekunden

Optimierung der Atemwege: Die “Schnüffel”-Position

Ziel: Neutrale Nackenposition mit leichter Streckung zur Atemwegsausrichtung.

Fehler 1: Überstreckung

Falsche Positionierung mit übermäßig gestrecktem Nacken.

Fehler 2: Flexion

Falsche Positionierung mit nach vorne gebeugtem Nacken.

Umgang mit mekoniumhaltiger Fruchtflüssigkeit

Infographic comparing management of vigorous versus non-vigorous infants with meconium-stained fluid and a guideline update box on laryngoscopy.

Umgang mit mekoniumhaltiger Fruchtflüssigkeit

Vigoroses NeugeborenesNicht vigoroses Neugeborenes
Gute Atemtätigkeit und Muskeltonus.
Maßnahme: Neugeborenes bleibt bei Eltern. Sekrete aus Mund/Nase sanft mit Ballon-Absaugspritze entfernen.
Verminderte Atmung oder schlechter Muskeltonus.
Maßnahme: Zum Wärmestrahler bringen. Initialschritte durchführen. Initialschritte durchführen. Ballon-Absaugspritze zum Freimachen der Atemwege verwenden.

RICHTLINIEN-AKTUALISIERUNG: Routinemäßige Laryngoskopie mit oder ohne Intubation für tracheales Absaugen wird NICHT MEHR EMPFOHLEN für nicht vigorose Neugeborene mit Mekonium. Falls Herzfrequenz < 100 bpm oder Neugeborenes ist apnoisch, sofort zur assistierten Beatmung (PPV) übergehen.

Oxygenierung braucht Zeit (SpO2-Ziele)

Infographic showing the SpO2 target curve over time after birth, a table of target pre-ductal SpO2 by minute, a diagnostic warning about cyanosis assessment, and pulse oximeter placement guidance.

Oxygenierung braucht Zeit (SpO2-Ziele)

Die SpO2-Zielkurve: Sauerstoffprozentsatz steigt schrittweise von etwa 60% bei 1 Minute auf etwa 95% bei 10 Minuten nach Geburt an.

Minuten nach GeburtZiel präduktale SpO2
265–70%
370–75%
475–80%
580–85%
1085–95%

Diagnostische Warnung: Visuelle Bewertung der Zyanose ist unzuverlässig. Pulsoxymetrie verwenden.

  • EKG ist der Gold-Standard für initiale HF. Genauer als Auskultation. Ziel ≥ 100 bpm.
  • Pulsoxymetrie: Sensor erforderlich am rechten Oberarm (präduktale).
  • Sensor zuerst am Neugeborenen anschließen, dann in den Monitor einstecken für schnellere Ablesung.

Die goldene Minute & Integrierte klinische Bewertung

Circular diagram illustrating the golden minute of newborn resuscitation with reception, activation, and clinical hinge steps, plus a flowchart comparing the CPAP pathway and VPP pathway at exactly 60 seconds.

Die goldene Minute: Initialschritte & Entscheidende Bewertung

  • Aufnahme: Wärmen, Kopf- und Halsposition (Schnüffelposition), Sekrete freimachen (nur bei verstopften Atemwegen).
  • Aktivierung: Neugeborenes trocknen (wenn ≥ 32 Wochen; Trocknen überspringen für Z2/Z3-Neugeborene in Kunststofffolie). Sanft stimulieren durch Reiben des Rückens oder der Fußsohlen.
  • Das klinische Gelenk: Atmung beurteilen (Apnoe oder Schnappatmung?) und Herzfrequenz.
  • DIE SCHWELLE: Ziel HF ≥ 100 bpm.

Zeitleiste: 0 Sekunden — 0–60 Sekunden — 60 Sekunden

Integrierte klinische Bewertung: Die Atemwegs-Gabelung

Was geschieht genau bei 60 Sekunden, wenn der Übergang abnormal ist?

DER CPAP-PFAD

Diagnostisches Gelenk: Neugeborenes atmet spontan UND Herzfrequenz ist ≥ 100 bpm, ABER Atmung ist mühsam oder SpO2 ist persistent unter dem Ziel.

Maßnahme: CPAP einleiten zur Unterstützung der Atemarbeit.

DER PPV-PFAD

Diagnostisches Gelenk: Neugeborenes ist apnoisch ODER schnappend ODER Herzfrequenz ist < 100 bpm.

Maßnahme: Sofort positive Druckbeatmung (PPV) einleiten. Verzögerung der Beatmung verschlechtert die Ergebnisse.

Zeitleiste: Exakt 60 Sekunden

Unterstützung bei erschwert Atmung (HF > 100 bpm)

Infographic detailing supplemental free-flow oxygen setup and CPAP mechanism and setup for infants with heart rate above 100 bpm.

Unterstützung bei erschwert Atmung (HF > 100 bpm)

Supplementär freier Sauerstoff
  • Bei anhaltender Zyanose aber guter Atmung.
  • Aufbau: Flowmeter auf 10 L/min einstellen. Blender bei 30% Sauerstoff starten. Schlauch nah am Gesicht halten.

Warnung: Versuchen Sie NICHT, freien Sauerstoff durch die Maske eines selbstentfaltenden Beutels zu geben.

CPAP (Continuous Positive Airway Pressure)
  • Bei spontaner aber erschwert Atmung oder niedriger SpO2 trotz O2.
  • Mechanismus: Hält Atemwege offen durch kontinuierlichen Druckerhalt.
  • Aufbau: Muss Flow-inflating Beutel oder T-Stück Reanimator an Maske angeschlossen verwenden, fest gegen das Gesicht gehalten.

Nicht-invasive Unterstützung: CPAP-Protokoll & Mechanik

Diagram of alveolar mechanics with and without CPAP, CPAP protocol details, gestational context, and illustrations of ventilating with a T-piece resuscitator and a manual mechanical ventilator with blender.

Nicht-invasive Unterstützung: CPAP-Protokoll & Mechanik

Alveolare Mechanik-Diagramm
  • Ohne CPAP: Alveole kollabiert komplett bei Ausatmung (Mechanisches Trauma).
  • Mit CPAP (5 cm H2O): Kontinuierlicher Druck hält Alveolen am Ende der Ausatmung leicht aufgebläht.
CPAP-Protokoll-Details
  • Ausrüstung: Muss T-Stück Reanimator oder Flow-inflating Beutel verwenden. (WARNUNG: Kann nicht über selbstentfaltenden Beutel gegeben werden).
  • Starteinstellung: 5–6 cm H2O PEEP.

ZONE 2 / ZONE 3 Gestations-Kontext: Frühes CPAP wird gegenüber Routineintubation für Frühgeborene stark bevorzugt, um mechanisches Beatmungstrauma zu vermeiden.

Zeitleiste: 1–2 Minuten

  • Beatmung mit T-Stück Reanimator mit Gesichtsmaske.
  • Manuelles mechanisches Beatmungsgerät mit T-Stück und Blender: Blender (~10L/min), Schaltungsdruck, maximale Druckentlastung, Inspirationsdruckkontrolle, PEEP-Verstellung, Gaseinlass, Gasauslass.

Positive Druckbeatmung: Rhythmus & Parameter

Three gauge dials showing PPV rate, initial pressures, and initial oxygen concentration by gestational age, followed by the MR SOPA corrective sequence steps for ventilation troubleshooting.

Positive Druckbeatmung: Rhythmus & Parameter

Der Rhythmus
  • Frequenz: 40–60 Atemzüge pro Minute.
  • Rhythmus: Atemzug, Zwei, Drei, Atemzug, Zwei, Drei.
Anfangsdrücke
  • PIP: 20–25 cm H2O (Zonen 2 & Frühe 3).
  • PIP: Bis 30 cm H2O für Termingeborene.
  • PEEP: 5 cm H2O.
Anfangssauerstoff (FiO2)
  • ≥ 35 Wochen: 21% (Raumluft).
  • 32–34 Wochen: 21%–30%.
  • < 32 Wochen (Zonen 2 & 3): 30%.

Zeitleiste: 60 Sekunden (Sofortreaktion)

WICHTIGER EINBLICK: Der absolute primäre Indikator für erfolgreiche PPV ist eine schnell ansteigende Herzfrequenz.

Bewertung der PPV: Die MR SOPA Korrektursequenz

  • M – Maskenverstellung & R – Kopfposition erneut festlegen (Schnüffelposition). → Beatmen & Brustbewegung beurteilen
  • S – Absaugen Mund/Nase & O – Mund öffnen. → Beatmen & Brustbewegung beurteilen
  • P – Druck erhöhen (Max PIP 40 cm H2O für Reife, 30 cm H2O für Frühgeborene). → Beatmen & Brustbewegung beurteilen
  • A – Alternative Atemwege (Endotracheale Intubation oder Larynxmaske).

Zeitleiste: Nach 15–30 Sekunden PPV

Das 60-Sekunden-Bewertungstor

Dashboard-style infographic showing respirations and heart rate assessment gauges with instructions for counting heart rate and a warning to initiate PPV if criteria are met.

Das 60-Sekunden-Bewertungstor

Atmung

Ist das Neugeborene apnoisch oder schnappend? (Hinweis: Schnappatmung ist eine Serie tiefeer einzelner Inspirationen und erfordert Intervention. Es ist KEINE effektive Atmung).

Herzfrequenz

HF < 100 bpm? Linke Brustseite mit Stethoskop auskultieren.

  • Schlag antippen.
  • Anzahl der Schläge in 6 Sekunden zählen und mit 10 multiplizieren (z. B. 12 Schläge x 10).
  • 12 Schläge x 10 = 120 bpm.

Falls Apnoisch, Schnappend ODER HF < 100 bpm → Sofort positive Druckbeatmung (PPV) einleiten.

Alternative Atemwege: Endotracheale Intubation

Infographic showing equipment sizing matrix for endotracheal intubation by gestational age, indications for intubation, and tracheal confirmation using a CO2 detector.

Ausrüstungs-Größenmatrix

GestationsalterLaryngoskopklingenET-Tubus Größe (ID mm)
Z2/Z3< 28 WochenGröße 0 Klinge2,5 mm ET-Tubus
Z328–34 WochenGröße 0 Klinge3,0 mm ET-Tubus
Z3≥ 34 WochenGröße 1 Klinge3,5 mm ET-Tubus

Indikations-Matrix

Ineffektive PPV (MR SOPA fehlgeschlagen), längere PPV erwartet oder Eintritt in Thoraxkompressionsphase (HF < 60).

Tracheale Bestätigung

  • Problem / Nicht in Trachea (angezeigt durch Farbänderungsrichtung)
  • Ja / In Trachea (Korrekte Platzierung) (angezeigt durch Farbänderungsrichtung)

Wie durch PPV-Versagen oder HF-Rückgang angezeigt

Surfactant-Therapie: Mechanik & Verabreichung

Infographic diagram of alveolus showing surfactant molecules and a clinical decision pathway comparing LISA/MIST and INSURE surfactant administration methods.

Das alveolare Upgrade

Frühgeborene Lungen mangelt es an Surfactant. Exogenes Surfactant bedeckt das Innere und senkt die Oberflächenspannung, um das respiratory distress syndrome (RDS) zu verhindern.

Der klinische Pfad

Aktueller Standard: Frühes CPAP wird bevorzugt. Vermeiden Sie routinemäßige prophylaktische Intubation.

  • Benötigt das Neugeborene Intubation für RDS oder schlägt ein strenger CPAP-Versuch fehl?
    • JA → Surfactant verabreichen
      • LISA / MIST: Weniger invasive Surfactant-Verabreichung (über dünnen Katheter bei Aufrechterhaltung von CPAP).
      • INSURE: INtubieren → SurfactanT → Sofort zurück zu CPAP extubieren.

Nach Stabilisierung / NICU-Überleitung

Eintritt in die Gefahrenzone: Fortgeschrittene Reanimation

Red-alert infographic outlining the critical heart rate threshold of less than 60bpm and an immediate actions checklist covering airway, oxygen, circulation, and monitoring.

Eintritt in die Gefahrenzone: Fortgeschrittene Reanimation

Der kritische SCHWELLENWERT: HF < 60 bpm

HF bleibt < 60 bpm trotz 30 Sekunden Beatmung mit sichtbarer Brustbewegung

Sofort-Maßnahmen Checkliste

  • 1. ATEMWEGE: Endotrachealen Tubus sichern (falls nicht bereits geschehen) um absolute Durchgängigkeit sicherzustellen.
  • 2. SAUERSTOFF: Sofort FiO2 auf 100% einstellen.
  • 3. ZIRKULATION: Thoraxkompressionen sofort einleiten, streng mit PPV koordiniert.
  • 4. ÜBERWACHUNG: EKG-Ableitungen für genaue Herzfrequenzüberwachung sichern.

Nach ≥ 30 Sekunden effektiver PPV

Thoraxkompressionen: Die Zwei-Daumen-Technik

Infographic detailing the two-thumb chest compression technique with gestational age adaptations for preterm (superimposed thumbs) and term (juxtaposed thumbs) infants.

Universelle Parameter

  • Platzierung: Unteres Sternumritzel (knapp unter der Mamille-Linie). Finger umgeben den Torso für feste Rückenunterstützung.
  • Tiefe: Sternum um ein Drittel des anterior-posterioren Durchmessers der Brust eindrücken.

Gestations-Adaptation für Frühgeburt

ZONE 1 / ZONE 2 — Überlagerte Daumen

Bei extrem kleinen Frühgeborenen ist das Brustbein zu eng. Einen Daumen direkt auf den anderen platzieren.

Gestations-Adaptation für Reife

ZONE 3 — Nebeneinander angeordnete Daumen

Bei größeren Termingeborenen Daumen nebeneinander platzieren.

Kontinuierliche aktive Reanimation

Fortgeschrittene Reanimation: Rhythmus & Rhythmus

Infographic timeline showing the 3:1 compression-to-breath ratio cadence over 2 seconds and an evaluation stop protocol after 60 seconds of chest compressions.

Das Verhältnis: 3 Kompressionen zu 1 Atemzug.

Die Mathematik: 90 Kompressionen + 30 Atemzüge = 120 Gesamtereignisse pro Minute. (Jedes Ereignis dauert 0,5 Sekunden).

Zeitleiste des Rhythmus

  • 0,0s – Eins (Komprimieren)
  • 0,5s – -und-Zwei (Komprimieren)
  • 1,0s – -und-Drei (Komprimieren)
  • 1,5s – -und-Beatmen (Beatmen)
  • 2,0 Sekunden – Zyklus wiederholt sich

Warnung Rot: Bewertungsstopp

Kompressionen nach exakt 60 Sekunden kurz unterbrechen, um die EKG-Herzfrequenz zu bewerten. Falls HF ≥ 60 bpm, Kompressionen stoppen und PPV bei 40–60 Atemzügen/min fortsetzen.

120 Ereignisse pro Minute

Nach-Stabilisierungs & Team-Debriefing

Infographic showing SpO2 target gauge rising from 60-65% to 85-95%, blood glucose monitoring alert, positioning guidance to avoid Trendelenburg position, and team debriefing notes.

Oxygenierung (SpO2)

Ziel steigt von 60–65% bei 1 Minute bis 85–95% bei 10 Minuten an.

Blutglukose

Strenge Überwachung erforderlich. Frühgeborene haben kritisch niedrige Glykogenspeicher und sind anfällig für schnelle Hypoglykämie.

Positionierung & Thermoregulation

Normothermie beibehalten. Vermeiden Sie streng die Trendelenburg-Position (Beine erhöht) um Spitzen des zerebralen venösen Drucks und IVH zu verhindern.

Team-Dynamik & Qualitätsverbesserung

Jede Reanimation endet mit einem multidisziplinären Debriefing. Vorbereitung, Kommunikationseffizienz und Gerätebereitschaft bewerten, um den klinischen Flugweg für den nächsten Patienten kontinuierlich zu verbessern.

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Neonatale Reanimation & Stabilisierung: Das 9. Auflagen-Protokoll

Cover-style closing page with an ECG heartbeat graphic above a hospital delivery room image and the title Neonatal Resuscitation and Stabilization: The 9th Edition Protocol.

Neonatale Reanimation & Stabilisierung: Das 9. Auflagen-Protokoll

Integrierte klinische Pfade, Gestationsalter-Überlegungen und fortgeschrittene Reanimationstechniken

T-Minus: Pränatale & Antizipation

Präzisions-Reanimation: Frühgeborenen-Protokoll (NRP 9. Ed.)

Infographic flowchart from the Textbook of Neonatal Resuscitation 9th Edition detailing preterm neonatal resuscitation steps including cord clamping, CPAP, PPV, intubation criteria, gestational age-based oxygen and PIP settings, and thermal stabilization, branded by Neofast and Neofast Nurses.

Lehrbuch der Neonatalen Reanimation – 9. Auflage

Präzisions-Reanimation: Frühgeborenen-Protokoll (NRP 9. Ed.)

  • Geburt — Neugeborenes wird entweder als Vigoroses Neugeborenes oder Nicht vigoroses Neugeborenes bewertet.

Die goldene Minute

  • Nicht vigoroses Neugeborenes: Assistierte Beatmung (PPV) innerhalb von 60 Sekunden starten, falls nicht reagiert.

Vigoroses Neugeborenes Pfad

  • 60+ Sekunden — Verzögertes Abnabeln: Mindestens 60 Sekunden verzögern, falls Neugeborenes vigoros ist.
  • Schnurstripping-Vorsichtsmaßnahmen: Angemessen für 28–34 Wochen; NICHT empfohlen unter 28 Wochen (IVH-Risiko).
  • Haut-zu-Haut/mütterlicher Kontakt dargestellt neben verzögertem Abnabeln.
  • Thermische Stabilisierung: Für Neugeborene < 32 Wochen polyethylene Folie und thermische Matratze sofort verwenden.

Bewertung nach Initialschritten

  • Stabile Herzfrequenz, erschwert Atmung (HF ≥100 bpm):
    • CPAP (Continuous Positive Airway Pressure): CPAP verwenden, falls HF ≥100 mit erschwert Atmung.
  • Apnoisch, Schnappend oder Herzfrequenz <100 bpm:
    • PPV (Positive Druckbeatmung): PPV verwenden, falls apnoisch, schnappend oder HF <100.

Gestations-Altersanpassungen

GestationsalterAnfangssauerstoff (FiO₂)Anfangsdruck (PIP)
≥ 35 Wochen21%25–30 cm H₂O
32–34 Wochen21%–30%25–30 cm H₂O
< 32 Wochen≥ 30%20–25 cm H₂O

Falls HF nach PPV oder vor Thoraxkompressionen < 100 bpm bleibt

  • Intubation: Stark empfohlen, falls HF nach PPV bleibt <100 oder vor Beginn Thoraxkompressionen.

Thermische Stabilisierung

  • Für Neugeborene < 32 Wochen polyethylene Folie und thermische Matratze sofort verwenden.

Brands: NeoFast — Neonatale Verschreibung; Neofast Nurses.